Das Arbeiten mit der Eigenbewegung der Farbe, kennzeichnet seit den 90er Jahren die unterschiedlichen Werkgruppen im Œuvre von Rainer Splitt. Bedingt durch Konsistenz und Schwerkraft findet die Farbe ihre individuelle und überraschend präzise Form. Farbe breitet sich auf dem Boden aus und erstarrt zu spiegelnden Farbseen; Farbe wird in Boxen gefüllt und wieder ausgegossen; Tafeln mit Grifflöchern werden in Bottiche mit Farbe getaucht und zum mobilen Gebrauch dem Betrachter überlassen…. Elemantare Handlungen bringen die Farbe in Bewegung; nicht der Künstler, die Farbe selbst macht ihre Form.
Pourings on boards sind Tafeln, die unmittelbar nach dem Ausgießen der Farbe aufgerichtet werden und die Farbe ihrer Schwerkraft folgend zum Abfließen bringen. Die Spur des abwesenden Volumens provoziert den Herstellungsprozess zu rekonstruieren und überrascht durch Präzision und individuelle Form des jeweiligen Kolorits.
Rainer Splitt wurde 1963 geboren und studierte von 1984-91 an der HfBK Braunschweig, der École des Beaux Arts Nîmes und der School of Visual Arts New York. Seine Arbeit erhielt zahlreiche Auszeichnungen u.a. den Rom-Preis Villa Massimo, Stipendien des Kunstfonds, Bonn, der Barkenhoff Stiftung Worpswede, des Deutsch-Französischen Jugendwerks, Jahresstipendien für das International Studio and Curatorial Program New York, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und des Landes Niedersachsen. 2007-09 nahm er den Ruf als Gastprofessor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe an. Seine Arbeiten finden sich in zahlreichen privaten und öffentliche Sammlungen und wurden als Museumseinzelausstellungen präsentiert und publiziert (u.a.Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt, Staatliches Museum Schwerin, Kunstmuseum Celle, Museum Gegenstandsfreier Kunst Otterndorf, Sala Verónicas, Murcia).
Rainer Splitt lebt und arbeitet in Berlin.







